Tom Bola ist der Weihnachtsmann

Tom Bola und ich sind jetzt seit 6 Jahren befreundet. Er ist Luftballonkünstler, Jongleur, Stelzenläufer, Sänger, Comedy Buttler, Moderator und, ja, und der „Original Weihnachtsmann„. Mit seinen Talenten hat er sich bei mir schon viele Gefallen erarbeitet, aber er will sie nicht einlösen, weil sie ihm zu wertvoll sind, also mußte ich ihn schon wieder bitten, ob er nicht mein Model für mein jährliches Weihnachtsshooting sein will. Wollte er.

Da mein blog ja auch lehrreich sein soll, möchte ich mal die Gelegenheit nutzen und euch erklären, wie lange es dauert, bis so ein Foto fertig ist, da ich immer wieder Kunden treffe, die die Dauer für so ein Fotoprojekt massiv unterschätzen.  Also die Idee ist: Weihnachtsmann auf Thron vor Weihnachtsbaum und Geschenken, vor Wand mit Samtvorhang.

Zuerst muss in meinem Fotostudio eine Pressspahnplatte mit einer Holzoptiktapete tapeziert werden (1 Stunde). Dann muss ich alle fehlenden Zutaten einkaufen: Weihnachtsbaum (von meinem Lieblingsweihnachtsbaumverkäufer Norbert Bechstein (Blumen Bechstein)) (2 Stunden), roter Samt, den ich auf eine Holzlatte nagel, leere Kartons, Geschenkpapier und Schleifenband (2 Stunden). Kerzenhalter, Kerzen und Christbaumschmuck (1 Stunde). Den Thron leihe ich mir von der Eventagentur Momentis aus (2 Stunden mit Zurückbringen). Am Abend vor dem Shooting habe ich mit meiner Frau die Geschenke eingepackt (2 Stunden).

Am Shootingtag sind alle Zutaten im Studio. Die Wand wird aufgestellt und der Samtvorhang an die Wand genagelt. Der Weihnachtsbaum wird aufgestellt und dekoriert. Die Päckchen werden dekoriert und der Thron hingestellt (3 Stunden). Jetzt kommt Tom Bola zum Probesitzen. Ich prüfe die Kamera und die richtige Brennweite. Wenn alles stimmt kann ich anfangen Licht zu machen. Das dauert ungefähr eine Stunde, die braucht Tom auch, um sich in den Weihnachtsmann zu verwandeln, Schminken, Bart und Augenbrauen ankleben, Fettanzug anziehen, Kostüm an, Handschuhe an, Brille auf, Buch und Klingel vorbereiten.

Das Shooting selber ist in 2 Stunden fertig, wir sind locker, haben Spaß, Tom macht ein paar Faxen, wir machen ein paar Pausen, auch um uns Zwischenergebnisse anzuschauen und Verbesserungen vorzunehmen.

In 2 Stunden ist das Studio dann wieder aufgeräumt und bereit für den nächsten Job.

Dann brauche ich noch 2 Stunden zum Sichten und Bestimmen der finalen Bildauswahl und 2 Stunden für die Retusche des Hauptmotivs. Fertig.

Da komme ich auf 22 Stunden Arbeit für dieses Foto und einen angekokelten Weihnachtsbaum, weil die brennenden Kerzen zu nah an den Zweigen waren. 😉 und 2 Stunden für den blog.

Feuersalamander 3

Wer hätte gedacht, dass es noch einen blog „Feuersalamander 3“ geben würde?! Wer von euch mir seit mehr als 2 Jahren folgt, weiß, dass ich schon 3 mal vergeblich im Hasbruch bei Hude war, um einen Feuersalamander zu fotografieren. Dazu hatte ich eine Sondergenehmigung des Landesamts für Naturschutz, denn sonst darf man den Urwald-Teil des Hasbruch, der Naturschutzgebiet ist, nicht betreten. Wird man erwischt kostet das bis zu 50.000 €. Aber leider hatte ich kein großes Glück und habe keinen der wohl über 500 Salamander im Wald gesehen.

Das sei normal, hat mir Hr. Podloucky, der Amphibienexperte  vom Landesamt für Naturschutz, erklärt. Er würde auch desöfteren keine finden, obwohl er weiß, wo sie ihre Lieblingsplätze haben. Aber er hat mir im Frühjahr angeboten, dass ich ihn begleiten dürfte, wenn er wieder zum Salamander-Larven zählen in den Wald gehen würde.

Nach den Sommerferien hieß es, zu trocken hieß es, im Herbst, zu trocken, Ende Oktober, zu trocken. Am 2. November rief er mich dann an, heute letzte Chance bevor die Salamander in die Winterruhe gehen, ob ich mit wollte… natürlich wollte ich mit!

Salamander lieben feuchte Böden und sind nachtaktiv und daher hatten wir Glück, dass es endlich ein bisschen geregnet hatte und so fand  Hr. Podloucky nach 3 Stunden den ersten Salamander. Ein etwa 1 1/2 jähriges Männchen (ganz oben) und während ich völlig aus dem Häuschen diesen von alles Seiten fotografiert habe, hat er auch noch einen 2ten gefunden. Ein ca. 8 jähriges Männchen, wie er meinte (ich hab vergessen zu fragen , woran man das erkennt?!). Vorsichtig haben wir beide auf ein Stück Moos gesetzt, erst hab ich noch mit vorhandenem Licht fotografiert, und als es immer dunkler wurde konnte ich auch noch meinen Hensel Porty (Batteriebetriebener Studio-Blitz-Kopf) einsetzen, dadurch kann man die Hautstrucktur der Amphibien noch besser erkennen.

Es sieht jetzt zwar ein bisschen nach Terrarium aus, denn wer schleppt schon eine Blitzanlage mit in den Wald, aber ich versichere euch, es sind wilde Tiere in einem wilden Wald. Unten seht ihr übrigens Hr. Podloucky, wie er nach unserem Shooting einen Salamander sanft wieder in seine Tagesruhestätte legt.

Das Shooting hat mich sehr glücklich gemacht, denn endlich konnte ich einen Haken an diese Aufgabe machen, aber noch wichtiger, ich konnte sehen, dass wirklich Feuersalamander in meiner Heimat vorkommen. Aber das Wichtigste: sie sehen auch noch unglaublich schön aus und werden hoffentlich bald einen Kalender zieren! Lurchi lebe hoch!

Danke an Hr Podloucky für den schönen Nachmittag, Revierförster Meyer für die tollen Tips, dem Landesamt für Naturschutz in Oldenburg für die Unterstützung und einen Gruß an die „Freunde des Hasbruch“.