„Lieblingsbilder“ Ausstellung im Foyer der Basler Versicherung

Die Basler Versicherungs AG in Bremen hat im Foyer nach einer Fotoausstellung gesucht und in der Bremer Facebookgruppe für „Fotografen, Modelle und Visagistinnen“ nach Lieblingsbildern gefragt. Die Resonanz war für Martin Robran, den Organisator, so überwältigend, daß er eine Jury bilden mußte, um die eingereichten Exponate auszuwählen. Diese Bilder hängen nun bis zum 15. April 2019, Am Wall 121.

Ich wurde gebeten mein Seychellenfoto für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Das mache ich natürlich gerne. Da ich aber weiß, daß Fotografen bei Kollegen häufig überkritisch sind, habe ich mich für eine perfekte Präsentation entschieden:

Das Bild ist auf meiner letzten Seychellenreise entstanden. Ich habe es digital fotografiert und ca. 10 Stunden retouchiert. Das Wasser, der Himmel und die Insel brauchten eine jeweils etwas andere Gradation um insgesamt harmonisch zu wirken, daher mußte ich alle Teile freistellen und das dauert bei mir nun mal, da ich sehr pingelig bin.

Dann habe ich die Datei zu Recom Art, Berlin, geschickt, die haben aus der Datei ein Großbild-Negativ gemacht, daraus einen Abzug auf Barytpapier, der dann heiß kaschiert wurde (weil sich Baryt sonst gerne wellt). Zwischendurch habe ich immer Proofs zugeschickt bekommen. Ich hätte aber auch bei der Produktion dabei sein können, toller Service. Und ich muß gestehen, der Abzug ist der Hammer. Der analoge Barytabzug hat so viel mehr Tiefe als meine PE Ausdrucke, daß es fast dreidimensional wirkt.

Mit diesem Abzug bin ich dann zu Ausmeyer&Gerling, um mit Frank Buß die Rahmung zu besprechen. Wir haben uns für einen Lederrahmen entschieden, zum einen, weil er durch das Material etwas extravagant ist und zum Zweiten passt die Schlangenhautoptik perfekt zum Motiv. Passepartout finde ich sehr wichtig, weil sie einem Bild immer mehr Tiefe geben. Hier haben wir uns sogar für 2 entschieden- ist einfach noch tiefer. Und zu guter Letzt haben wir uns für Museumsglas entschieden, dass ist zwar unglaublich viel teurer als normales Glas, aber es reduziert die Reflektionen so krass, dass man genau hinschauen muss, um es überhaupt als Glas wahrzunehmen.

Aber wisst ihr, was mich am meisten freut?! Zwei Ausstellungsbesucher haben mich schon angeschrieben, um mir zu sagen, daß sie nicht nur das Motiv toll finden, sondern auch die Päsentation meisterhaft. Dann hat sich das ja gelohnt.

Ach, ja, beinahe hätte ich vergessen zu schreiben, warum das Foto der Insel Saint Pierre eins meiner Lieblingsfotos ist. Einmal formal und einmal inhaltlich. Formal: Ich habe während meiner Lehre ein Buch von Ansel Adams (vielleicht der größte SW Landschaftsfotograf) gelesen, Das Zonensystem. Darin beschreibt er, wie man unterschiedliche Tonwertumfänge des Motivs durch pushen und pullen des Negativs auf eben dieses bannen kann. Das habe ich 3 Jahre immer wieder durch Experimente versucht, aber leider nie einen stabilen Prozess hingekriegt. Bei diesem Motiv konnte ich durch die digitale Bearbeitung, sein System sogar noch verbessern, weil ich sogar unterschiedliche Teile des Bildes graduel verbessert habe.

Inhaltlich: Ich habe das Thema „Die 4 Elemente“ schon öfter interpretiert, doch in der Regel haben Feuer, Wasser, Erde, Luft je ein eigenes Foto bekommen. In diesem Foto habe ich (mit etwas Phantasie) alle Elemente in einem Foto vereinigt. Das Meer ist Wasser, der Himmel die Luft, die Insel die Erde und mich erinnern die Steinformationen, wie sie so nach oben ragen an Flammen, also Feuer.

Das Gruppenfoto ist von Frank Luepkemann und das Foto mit mir von Sylvia Meyer-Neßlage.

Dolly Buster und Kelly Trump

Manchmal hat man als Fotograf ja das Glück die Helden der Kindheit zu fotografieren… manchmal muss man aber auch Geld verdienen und kann sich die zwielichtige Kundschaft nicht aussuchen. Nur Spaß! Dolly Buster und Kelly Trump sind über ihren Markenkern der schlüpfrigen Erwachsenenunterhaltung schon lange hinaus und Stars der deutschen Popkultur geworden.

Michael Graul, Chefftrainer von Coupé und Leidenschaftlicher St. Pauli Fan, hat es sich dann auch nicht nehmen lassen auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC dem ambitionierten Fotografen noch ein paar Tips zur Taktik mit auf den Weg zu geben. Er war für ein klassisches 4-3-3, während ich lieber ein 4-4-2 spielen wollte, bei dem aus der Defense eine 5 wird 🖐, (gerne auch mit Libero, dann hat man immer einen Mann frei 😁,) und im Mittelfeld bei Angriff die in Bremen sehr beliebte Raute 💚 gespielt wird. Die Raute ist in Hamburg nicht bei allen wohlgelitten😂.

Für Coupé und einen Bezahlfernsehsender der später in Sky aufging wurden die beiden ehemaligen Erotikarbeiterinnen als Trainer für 2 Frauen-Fußballmannschaften der besonderen Art für ein Poster zur Europameisterschaft der Herren gebucht. Sozusagen als Motivationshilfe. Sowohl die Trainerinnen für das Team, als auch die kaum bekleideten Spielerinnen für die Herren.

Bei Coupé hatte ich wohl 2 Spitznamen: „Der Milf-Master“ und „Der Fotograf, der immer im Sitzen fotografiert“, beide Namen hatte ich wohl verdient. Ich kann ganz gut „Weiches Licht“ machen, so daß die „Zeitlose Frau“ immer gut aussieht. Das „Weiche Licht“ kriecht dabei in jedes noch so kleine Fälltchen und läßt es verschwinden, besser als jeder Hyaluronfiller.

Das mit dem Sitzen hat auch nen Grund. Porträts fotografiert man gerne etwas unter Augenhöhe aber über den Nasenlöchern, da ich mich mit einer Größe von 189cm bei den meisten Modellen runterbeugen muss, setze ich mich lieber auf die Lehne eines Stuhls und habe die perfekte Höhe. nach 8 Stunden Bücken schmerzt nämlich das Kreuz. Bei „Ganze Figur“ sitz ich dann auch gerne auf dem Boden und bei „Amerikanisch“ (Cowboy bis unters Holster) sitze ich auf dem Stuhl, ihr seht, geht fast immer!

Aber eigentlich ist der Spitzname falsch, denn meine absolute Lieblingsposition ist das „Liegen“. Als Froschperspektive bekannt, hat man immer einen originellen Blickwinkel, jede Frau wirkt dadurch länger und dünner und es ist furchtbar bequem. Liegen kann ich einfach am Besten – bestimmt weil ich Künstler bin. 😜