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Versailles

Hier also der dritte und letzte Teil des blog unserer Jerseyreise.

Auf dem Rückweg von den Kanalinseln nach Bremen haben wir einen Stop in Versailles gemacht. Ich habe das Schloss mit 16 Jahren zuletzt gesehen, Sylvia trotz mehrerer Besuche in Paris noch gar nicht, diese Lücke mußte geschlossen werden, ist Versailles (Baubeginn 1668 ) doch Vorbild für viele andere Schlösser, Sinnbild für die Herrschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV und Ausgangspunkt für die Französische Revolution.

Sylvia hat uns das Hótel le Versailles 300m vom Schloß entfernt gebucht und als wir uns nach dem leckeren Frühstück auf den Weg machen, haben wir mit einer Schlange gerechnet, aber was uns da erwartet, hat uns die Sprache verschlagen und 2 Stunden unseres Lebens gekostet: 6 Mal windet sich der Besucherstrom auf dem Vorplatz hin und zurück. Da hätten wir wohl besser Getyourguide gemacht, wie im Vatikanischen Museum in Rom im letzten Jahr.

Natürlich entschädigt das Museum und die voll möblierten Palastzimmer die lange Warterei, aber die vielen Menschen vom Vorplatz sind jetzt im Schloß und es ist ein elendes Gedränge und Geschiebe in den Zimmern. Die Verrohnung der Gesellschaft ist nicht nur in Freibädern zu sehen, sondern auch an Weltkulturdenkmälern.

Wenn man sich die Baukosten und den Staatshaushalt von Louis quatorze anschaut, muss man sich schon fragen, warum die Französische Revolution nicht viel früher stattgefunden hat. Der Staatshaushalt der Franzosen verfügte in den 1680er Jahren über ein Budget von etwa 110 Millionen Livres pro Jahr, wovon Ludwig 15 Millionen für den Bau bekam. Bis zum Tod des absolutistischen Herrschers sollen 300 Millionen Livres in das Schloss geflossen sein, auch wenn Wikipedia schreibt, das alles so günstig wie möglich gebaut wurde und die Kamine deshalb häufig nicht richtig ziehen und viele Fenster nicht gut schließen. Doch bei 3 mio Besuchern im Jahr und 20 € Eintritt hat man das bestimmt schnell wieder raus.

Da wir an einem Dienstag den Garten besucht haben, war musikalische Wassershow an den Brunnen (nur an 3 Tagen in der Woche und kostet 7 € mehr). Das ist jetzt nicht wichtig aber doch ganz schön anzuschauen und versetzt einen in die Zeit des Barock und man sieht vor seinem inneren Auge den Sonnenkönig mit seinem Hofstaat in die Fontänen schauen und der Musik des Orchesters lauschen und sich Apollon gleich fühlen.

Im Garten hatten die Füße endlich wieder Platz zum Ausschreiten und Lustwandeln und so zeigte Sylvias Sportwatch am Ende des Tages 12km Laufleistung Erholungseinheit an, auch weil unser Ticket Zugang zum Schloß von Marie-Antoinette erlaubt hat, das am anderen Ende des Gartens von Versailles gelegen ist (hier unten nur ein kleiner Gartenpavillon).

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