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Fotografie und Nachhaltigkeit

Fotografie und Nachhaltigkeit, wie geht das?

Fotografie und Nachhaltigkeit heißt mein neuer Blogbeitrag. Ich habe am 19.02.2021 auf Adobe Live einen Stream mit dem Titel : “ Nachhaltigkeit in der Kreativität mit Cherie Birkner und Sophia Emmerich“ gesehen und einen ersten Entwurf dieses Blogs verfasst. Das Zwischenende der Corona Pandemie nehme ich zum Anlass, um euch zu zeigen, wo ich als Fotograf und als Mensch nachhaltig sein kann.

Der Homo Sapiens ist von einer Milliarde Menschen um 1804 n.C. heute, auf eine Größe von fast 8 Milliarden angewachsen und es sieht so aus, dass wir bis 2100 auf 10-12 Milliarden Erdenbürger wachsen werden. Alle diese Menschen verbrauchen Ressourcen. Die Menschen in den entwickelten Ländern deutlich mehr als unsere Erde hergibt. Wenn die anderen noch dazu kommen, werden wir als Menschheit die Bedürfnisse nicht mehr decken können. Daher muss umgedacht werden. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort des 21sten Jahrhunderts.

Was heißt Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme gewährleistet werden soll, sagt Wikipedia dazu.

Fotografieren ohne Film

Wie kann Fotografie dabei helfen? Zum Beispiel durch den Einsatz von Digital- statt Analogkameras. Eine der besten Vorteile der digitalen Fotografie ist, dass wir keine Rohstoffe mehr verbrauchen. Für den Film wurde unter Zuhilfenahme der Chemie eine lichtempfindliche Schicht auf ein Trägermedium gebracht und dann beim Entwickeln alles wieder rausgespült, was nicht von der Lichtquelle angeregt wurde. Dafür brauchte man 3 oder mehr Chemikalien, die nach Verbrauch fachgerecht entsorgt werden müssen. Durch meinen Ausbildungsbetrieb war es für mich einfach die alte Chemie wieder loszuwerden. Und auch danach war ich bei dem Thema so sensibilisiert, dass ich die Chemie nicht einfach das Klo runtergespült habe. Aber ich habe mit vielen Kollegen gesprochen, die den einfachen Weg gegangen sind und gemeint haben, dass die Kläranlage das schon hinkriegt. Dieses Problem ist fast komplett beseitigt, da die Speicherkarte nur noch in der Herstellung Ressourcen verbraucht.

Trotzdem Filmlook

Fotografie und Nachhaltigkeit
St. Piere, Seychelles
St. Piere, Seychelles

Fotografie und Nachhaltigkeit

Fotografie und Nachhaltigkeit

Wem jetzt aber der körnige Look des Films fehlt, dem rate ich, dass man die digital geschossenen und möglicherweise auch digital retuschierten Bilder analog als Film ausbelichten kann. Wie ich es hier bei dem Seychellenmotiv gemacht habe. Das ist von RecomArt in Berlin als Negativ ausbelichtet und dann auf Barytpapier geprintet worden. Aber dafür wurde dann nur ein Foto belichtet und nicht dutzende Filmrollen für ein Foto.

Frank und Simone fuer Schein oder Sein

Nutze die Technik lange

Fotografie und Nachhaltigkeit

Der zweite Punkt ist die Technik. Als Werbefotograf erwarten die Kunden immer die neueste Technik. Das kostet nicht nur viel Geld, sondern verbraucht auch Ressourcen. Ich kaufe mir immer die beste Kamera, die es am Markt für meine Fotografie gibt und benutze sie so lange, bis eine Technik so revolutionär besser ist, dass ich wechseln muss. Als ich 1995 meine Selbständigkeit gestartet habe, habe ich mir eine Hasselblad Mittelformalkamera mit 3 Festbrennweiten gekauft. Danach eine digitale Spiegelreflexkamera von Kodak. Die Kodak DCS Pro 14n. Die hatte 14mil Pixel als Canon und Nikon noch bei 12 oder darunter waren.

Fotografie und Nachhaltigkeit

Fotografie und Nachhaltigkeit

Danach die 5D Mark II von Canon mit 23mil Pixel. Diese Kamera ist der Goldstandart unter den Kleinbildkameras geworden. 80% aller Fotos in Stockdatenbanken sind mit dieser Kamera gemacht worden. Jetzt ist wieder ein guter Zeitpunkt zum Wechseln. Ich habe mich für eine Canon 5D Mark IV entschieden, die hat 30,4 Megapixel und die Canon R6. Die hat zwar nur 20mio Pixel, ist aber super zum Videofilmen und besser unter Lowlight-Bedingungen als die Mark IV. Die Objektive sind aber mit einem Adapter kompatibel, also brauche ich keine weiteren Objektive, was auch ressourcenschonend ist. Das Alleinstellungsmerkmal der Mark IV ist jedoch, dass sie die erste Spiegelreflexkamera ist, bei der man die Schärfe nachträglich verändern kann. Nur ca. 10-15cm, das macht aber bei Modefotos und Porträts den Unterschied.

Spiegellose Kameras wie meine R6 haben aber leider immer noch eine leichte Auslöseverzögerung und auch das Nachführen bei beweglichen Motiven ist nicht immer schön für das Gehirn, weil das Ohr die Bewegung spürt, welche beim Auge aber durch den Sucher erst später ankommt. Es soll Fotografen geben, die sich deswegen sogar erbrochen haben.

Für die Nachhaltigkeit ist aber wichtig, alle Kameras, die man nicht mehr braucht, wieder zu verkaufen. Es gibt immer noch jemanden für den die Technik von gestern völlig ausreichend ist.

Meine Blitzköpfe von Hensel benutze ich jetzt seit 30 Jahren und sie haben gegenüber neuen Blitzköpfen nicht viel an Technikvorsprung eingebüßt. Wenn man die 20.000 DM Anschaffungskosten durch die 30 Jahre teilt, kann man schon sagen, dass sie ganz schön nachhaltig sind. Besonders wenn man sie mit dem Plastikschrott von JinBei vergleicht.

Fotografie und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bei der Mobilität – Das Auto ist nicht elektrifiziert

Mein Auto habe ich noch nicht elektrifiziert, da es für mich noch kein passendes Model in meiner Preisklasse gibt. Da werde ich noch ein bisschen warten müssen. Da ich aber auch ein großer Freund von synthetischem Benzin bin, brauche ich vielleicht auch gar nicht wechseln. Dieser Kraftstoff wird nämlich CO2 Neutral hergestellt. Was er an C, O und H ausstößt hat er vorher mit erneuerbaren Energien aus Luft und Wasser gewonnen.

Fotografie und Nachhaltigkeit

Und auch wenn der Wirkungsgrad von Synthetic Fuels nicht so gut, wie rein elektrisch ist, so weiß ich doch, dass mein Sprit sicher CO2 neutral ist. Wasserstoffantriebe sind eine andere spannende Antriebsmethode, scheinen aber wohl eher für die großen Fahrzeuge und die Bahn interessant. Aber gerade gestern habe ich gelesen, dass ein Startup aus Deutschland einen neuen Versuch macht, Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor direkt zu verbrennen (ohne Umweg über die Katalyse in Strom). Man muss aber natürlich zugeben, dass E-Autos den besten Wirkungsgrad von eingesetzter Energie zu Vortrieb haben, aber solange der Strom nicht ausschließlich erneuerbar ist, macht es in meinen Augen nicht so viel Sinn. Und die Sauerei mit der Batterieherstellung ist auch wenig befriedigend.

Oder wir schwenken wieder um aufs Pferd ;-).

Fotografie und Nachhaltigkeit

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Schaun wir mal.

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