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Robbenbabys auf Helgoland

Auf Helgoland sind in dieser Saison 127 Robbenbabies geboren worden. Ein Weibchen ist grade noch hochschwanger. Ein riesen Erfolg, denn die Kegelrobbe galt ab 1900 in Deutschland als ausgestorben. Sie wurde von den Fischern gejagt, da diese ihnen den Fang streitig machten. Doch in Schottland gab es schon recht früh Schutzprogramme zum Wohle der Robbe, so daß die Population sich so stark vermehrte, daß die Auswanderer 1972 die Helgoländer Düne besiedelt haben.

Das besondere an den Kegelrobbenbabys auf Helgoland ist, so Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, dass sie nicht weit weg von jeglicher Zivilisation aufwachsen, sondern direkt am weißen Strand von Helgolands Düne. „Unsere Gäste können den Tieren recht nahe kommen und sie in aller Ruhe beobachten“, sagt Furtmeier.

In den Wintermonaten November – Dezember kommen an den weißen Stränden Helgolands die Robbenbabys zur Welt und wiegen nur 10-14 kg. Sie werden von einem sehr dichten Fell zunächst vor Kälte und Wind geschützt. Genährt durch die extrem fetthaltige Muttermilch (80% Fettanteil in der Milch) wächst dem Jungtier eine dicke Speckschicht, die nach drei bis vier Wochen die isolierende Funktion übernimmt. So können sie nach drei Wochen bereits ca. 50 kg wiegen. Während dieser Zeit kann man sich am Strand der Helgoländer Badedüne den Tieren bis auf 30 Meter nähern. So nah, wie wohl nirgendwo in Deutschland.

Erst nach dem ersten Fellwechsel folgen sie ihren Eltern ins Meer. Das ist nach ca. 5 Wochen der Fall. Jagen müssen sie dann aber selbständig lernen. Der Hunger treibts rein.

Wie ihr an den Fotos seht, hab ich die 30m natürlich hemmungslos unterschritten, wofür ich natürlich von den vorbildlichen Rangern getadelt wurde. Schöner aber noch verbotener war das Streicheln einer Robbe. Da sie so süß vor sich hin dämmerte hab ich die Chance ergriffen und 1-2 mal übers Fell gestreichelt, außerordenlich weich und wunderbar warm war das Fell. In Grönland habe ich Robbengürtel der Inuit gestreichelt, aber das war kein Vergleich zu diesem warmen, weichen Fell sag ich Euch. Und da ich für ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier eintrete, kann ich das nur jedem empfehlen, denn die Robben sind sehr zutraulich und müssen den Menschen (bis auf die Inuit) ja nicht mehr fürchten!

Die Kegelrobbe ist übrigens das größte Raubtier Deutschlands, also obacht vor dem wilden Tier. 😉

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