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Welt-Nashorn-Tag

Am 22. September ist Welt-Nashorn-Tag – ein Tag, der weltweit auf die starke Gefährdung der Tiere aufmerksam machen soll. Der Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel muss kraftvoll weitergeführt werden. Zwei bis drei Nashörner fallen in Afrika täglich den Wilderern zum Opfer. Verkauft über eine Kette von Mittelsmännern, ist ein Kilo Horn in Asien wertvoller als Gold, ein Horn bringt zurzeit ca. 60.000€ bis 80.000 €, so viel, dass 3 Afrikaner davon bequem bis zum Lebensende leben können. Und in ihren Augen sind scheinbar noch genug Tiere da, warum also nicht das große Los ziehen – ein Schuss und nie mehr Geldsorgen im Leben haben?!

Es gibt Breit- (White Rhino, Ceratotherium simum) und Spitzmaulnashörner (Black Rhino, Diceros bicornis) (in Asien noch das Panzernashorn, Java-Nashorn und Sumatra-Nashorn) und das nördliche Spitzmaulnashorn droht im Moment auszusterben. Tatsächlich steigt die Population des Spitzmaulnashorn von 2500 seit 1995 auf aktuell fast 5000 Tiere und die Breitmaulnashörner sind von 50 auf 20.000 geklettert, aber vor hundert Jahren waren es noch mehrere Hunderttausend. Allerdings gibt es nur noch 2 ältere Nördliche Spitzmaul-Nashorn-Weibchen, die nicht mehr im gebärfähigen Alter sind und ständig von 3 Ranger bewacht werden. Die Männchen sind schon tot, aber es gibt tiefgefrorenes Sperma von ihnen. In der letzten Woche ist es Wissenschaftlern gelungen, dieses mit den Eizellen der Weibchen zu befruchten, um die dann von südlichen Spitzmaulnashörnern austragen zu lassen. Das muss aber wissenschaftlich noch erforscht werden.

Das drittoberste Foto ist im Masai Mara Nationalpark entstanden und zeigt eine Mutter mit ihrem Baby, das Foto ganz unten im Serengetipark Hodenhagen, wo Sylvia und ich exklusiv das 6 Wochen alte Jungtier sehen durften. Der Serengetipark nimmt am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP für Nashörner teil und hat die zweitbesten Zuchterfolge der Welt. Das mit den Tieren nicht zu spaßen ist zeigt ein Video aus dem Park von vor 2 Monaten (Ich fahre trotzdem immer gerne mit dem eigenen PKW dadurch, ist einfach toll, wenn Giraffen oder Zebras ihre Köpfe ins Auto stecken!) Den Tieren wird übrigens das Horn mit einem Mittel getränkt, der es für Wilderer uninteressant macht, da sie es nicht nach China für medizinische Zwecke verkaufen können.

Hier durfte das Nashorn aus dem Foto darüber nochmal auftreten 😉

Alle anderen Fotos sind im Nairobi Nationalpark entstanden. Der Park ist
nicht sehr groß, aber im Moment der sicherste Platz für Nashörner, so
dass Tiere aus anderen Parks dahin umgesiedelt werden. Außerdem sind
alle Hörner mit Sendern versehen, so dass man im Todesfall die Wilderer
verfolgen kann. Während unseres Aufenthalts in der Masai Mara sind 3
Tiere getötet worden und die Wilderer 5 Tage später in Tansania mit dem
chinesischen Zwischenhändler verhaftet worden. In Südafrika sind grade 3
Wilderer zu 16 Jahren Haft verurteilt worden, hoffentlich schreckt das
ab!

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