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Prof. von Klitzing im Columbus Modul der ISS

Prof. von Klitzing im Columbus Modul der ISS

Das Making-of Prof. von Klitzing im Columbus Modul der ISS zeigt wieder einen Blick hinter die Kulissen eines guten Fotos. Der Text hat drei Schwerpunkte: Vorbereitung, Umsetzung und Postproduktion.

(Völlig verrückt: der Stift erkennt, was ich schreibe und überträgt es drahtlos an den Computer, voll Star Trek-mäßig)

Idee und Vorbereitung

In unserem ersten Gespräch hatte mir Physik Nobelpreisträger Professor Klaus von Klitzing zugesagt, dass er eine Stunde im Februar für ein Shooting mit mir erübrigen könnte. Das hätte mir gereicht für ein Porträt im Studio. Im Januar hat er seinen Termin bei der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aber verlängert und dann gab es auf einmal ein 4 Stunden Zeitfenster für mich. Zeit also etwas außergewöhnliches zu machen. Vielleicht irgendetwas on Location?

Gibt es Halbleiterfirmen in der Metropolregion Nordwest, denn seine Konstante war wichtig für die Halbleiterforschung? Gibt es andere Orte in der Nähe, zu denen Prof. von Klitzing eine Verbindung hat? Der Bremer Roland hat zwischen seinen Knien die Bremer Elle und Prof. von Klitzing sammelt alte Maße und Längeneinheiten? Die Frontseite des Bremer Bahnhofs ziert ein Bildnis der Göttin Minerva, die auch Schutzpatronin der Max-Planck-Gesellschaft ist, der Pof. von Klitzing angehört?

Minerva ist die römische Göttin der Weisheit und der Künste, das wäre also auch ein schönes Bild für unsere Zusammenarbeit gewesen. Am stärksten aber schien uns im Vorgespräch die Idee, ihn im Columbus Modul der ISS zu fotografieren. Die ISS ist ein wunderbares Beispiel für internationale, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Grundlagenforschung und dafür wirbt der Professor schon seit Jahren.

Herr Monser, Leiter Interne Kommunikation bei Airbus Defence and Space in Bremen, fand die Idee ebenso gut wie wir und hat mir die Fotografier-Erlaubnis erteilt. Kanzler und Minister hatte er schon viele, aber einen Physik Nobelpreisträger noch nie. So haben wir uns nach dem Porträt im Studio auf den Weg zu Airbus gemacht. Nach einem sehr freundlichen Empfang mussten wir uns einchecken und eine Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen. Besonders beeindruckt hat mich der Stift, der meine Unterschrift anhand der Bewegung erkannt und direkt an den Computer übertragen hat. Ich hoffe Airbus geht genauso sensibel mit meinen Daten um, wie ich mit ihren (nicht, dass ich jetzt nen Airbus A320neo bestellt habe😉).

Die Umsetzung

Ich hatte mir die Location, eine 1:1 Kopie des Columbus Moduls im Weltall, vorher schon angeschaut, wusste also, wo die Kameraposition sein würde und wie ich Licht machen wollte. Nicht ganz einfach, wenn man in eine Röhre fotografiert. Mathias und ich haben schnell die Blitzanlage aufgebaut und Steckdosen gesucht (die erste hatte ich mit 2 Blitzköpfen schnell überlastet. In der Zwischenzeit konnte Diana nochmal die Frisur des Professors richten und das Puder auffrischen.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, habe ich wie üblich meine Modelansprache an Hr. von Klitzing gerichtet: Immer fokussiert sein, selbst nicht so viel reden (die Motivation macht der Fotograf), charmantes Lächeln und viel Liebe in den Augen. Und dann dauerte es auch nicht lange und wir hatten das perfekte Foto im Kasten. Ich merke das immer schon beim Fotografieren. Anschließend noch ein paar Variationen, falls die Idee sich hinterher doch als nicht praktikabel herausstellt und wieder einpacken.

Post und CGI bei Recom Farmehouse

Teil der Bildidee war es die Von Klitzing Konstante im Raum der ISS schweben zu lassen, da dort ja Schwerelosigkeit herrscht. Erst wollte ich ein Mobile bauen oder große Buchstaben aus Holz oder Metall fertigen lassen. Aber dann fiel mir ein, dass ich mit Christoph Bolten den perfekten Kontakt habe. Christoph und ich haben bei Studio Seekamp Fotograf gelernt und danach einige Jahre zusammengearbeitet. Später hat er in London Recom Farmhouse gegründet, eine der drei weltweit führenden Agenturen für CGI (Computer Generated Imagery).

Spezialisiert ist er darauf digital Autofotos mit 3D Grafikprogrammen zu erstellen, ohne dass das Auto jemals fotografiert wurde. Einzig eine Vektorgraphik des Autos, ein Hintergrundfoto (manchmal nicht mal das) und ein 360° Kuppelfoto braucht der Computer, um ein täuschend echt wirkendes Foto zu erstellen. Aber Christoph kann auch Schrift im Raum schweben lassen. So haben wir unterschiedliche Schreibweisen, Anordnungen und Materialien für die „Von Klitzing Konstante“ probiert und uns so dem perfekten Foto genähert.

Ich konnte ihm und 3D Artist Anna via Zoom dabei sogar live in London zuschauen. So gelingt auch internationale Zusammenarbeit bei Fotografen. Ich finde die Retusche sehr gelungen. Wenn ihr auch CGI braucht wendet euch doch gerne an Christoph, wenn ihr ein gutes Foto braucht an mich und wenn ihr wissen wollt, warum h/e²=Rk ist, an Professor von Klitzing!  

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