Versailles

Hier also der dritte und letzte Teil des blog unserer Jerseyreise.

Auf dem Rückweg von den Kanalinseln nach Bremen haben wir einen Stop in Versailles gemacht. Ich habe das Schloss mit 16 Jahren zuletzt gesehen, Sylvia trotz mehrerer Besuche in Paris noch gar nicht, diese Lücke mußte geschlossen werden, ist Versailles (Baubeginn 1668 ) doch Vorbild für viele andere Schlösser, Sinnbild für die Herrschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV und Ausgangspunkt für die Französische Revolution.

Sylvia hat uns das Hótel le Versailles 300m vom Schloß entfernt gebucht und als wir uns nach dem leckeren Frühstück auf den Weg machen, haben wir mit einer Schlange gerechnet, aber was uns da erwartet, hat uns die Sprache verschlagen und 2 Stunden unseres Lebens gekostet: 6 Mal windet sich der Besucherstrom auf dem Vorplatz hin und zurück. Da hätten wir wohl besser Getyourguide gemacht, wie im Vatikanischen Museum in Rom im letzten Jahr.

Natürlich entschädigt das Museum und die voll möblierten Palastzimmer die lange Warterei, aber die vielen Menschen vom Vorplatz sind jetzt im Schloß und es ist ein elendes Gedränge und Geschiebe in den Zimmern. Die Verrohnung der Gesellschaft ist nicht nur in Freibädern zu sehen, sondern auch an Weltkulturdenkmälern.

Wenn man sich die Baukosten und den Staatshaushalt von Louis quatorze anschaut, muss man sich schon fragen, warum die Französische Revolution nicht viel früher stattgefunden hat. Der Staatshaushalt der Franzosen verfügte in den 1680er Jahren über ein Budget von etwa 110 Millionen Livres pro Jahr, wovon Ludwig 15 Millionen für den Bau bekam. Bis zum Tod des absolutistischen Herrschers sollen 300 Millionen Livres in das Schloss geflossen sein, auch wenn Wikipedia schreibt, das alles so günstig wie möglich gebaut wurde und die Kamine deshalb häufig nicht richtig ziehen und viele Fenster nicht gut schließen. Doch bei 3 mio Besuchern im Jahr und 20 € Eintritt hat man das bestimmt schnell wieder raus.

Da wir an einem Dienstag den Garten besucht haben, war musikalische Wassershow an den Brunnen (nur an 3 Tagen in der Woche und kostet 7 € mehr). Das ist jetzt nicht wichtig aber doch ganz schön anzuschauen und versetzt einen in die Zeit des Barock und man sieht vor seinem inneren Auge den Sonnenkönig mit seinem Hofstaat in die Fontänen schauen und der Musik des Orchesters lauschen und sich Apollon gleich fühlen.

Im Garten hatten die Füße endlich wieder Platz zum Ausschreiten und Lustwandeln und so zeigte Sylvias Sportwatch am Ende des Tages 12km Laufleistung Erholungseinheit an, auch weil unser Ticket Zugang zum Schloß von Marie-Antoinette erlaubt hat, das am anderen Ende des Gartens von Versailles gelegen ist (hier unten nur ein kleiner Gartenpavillon).

Jersey

Meine Frau Sylvia hatte immer den Traum auf die Kanalinseln Jersey und Guernsey zu reisen, also haben wir uns mit der Autofähre von Saint Malo auf den Weg übers Meer nach Jersey gemacht. Im Reiseführer stand drin, dass man die Insel auch prima zu Fuß und mit dem Bus erkunden kann, aber wir waren sehr glücklich, dass wir mit dem Auto unterwegs waren. Die Straßen sind schon ganz schön schmal für 2 PKW nebeneinander, aber wenn da noch Fußgänger oder Radfahrer mitmischen wirds immer ein bisschen gefährlich, denn Fuß- oder Radwege sind eher Seltenheit.

Die Insel wurde uns als immergrün beschrieben, weil sie im direkten Einflussbereichs des Golfstrom liegt und tatsächlich wachsen hier Bananen auf Höhe der Normandie 25km vom Festland entfernt. Das ist schon ein bisschen verrückt, überall ist es grün, bunte Blüten an jedem Straßenrand und tolle Alleen voller alter Bäume. Wer deutsche Nordseeinseln kennt, schaut schon ein bisschen neidisch zu unseren englischen Nachbarn rüber.

Ja, die Inseln sind British, obwohl es bis zum englischen Festland 150km sind und nach Frankreich nur 25 und Jersey ist die sonnenreichste aller britischen Inseln und verfügt über ausgedehnte Strände, wie ihr oben erkennen könnt.

Interessante Geschichte: Wilhelm der Eroberer war bereits Herzog der Normandie und der Kanalinseln, 1066 eroberte er England und wurde zusätzlich noch englischer König. Als der Festlandteil der Normandie im Jahre 1204 unter der Regentschaft von Johann Ohneland verlorenging, blieben die Kanalinseln als Rest des Herzogtums im Besitz der Könige von England und das sind sie immer noch, also persöhnlicher Besitz der Königin
Elizabeth II und gehören weder zum Vereinigten Königreich noch sind sie eine Kronkolonie oder gehören zur EU…

… werden aber in Steuer- und Zollfragen wie ein Teil der EU behandelt. Allerdings gehört Jersey nicht zum europäischen Steuergebiet für Verbrauchs- und Mehrwertsteuern und der Spitzensteuersatz liegt bei 20%, daher leben hier viele Investmentbanker, die Steuern vermeiden wollen.

Was auch die Lebenshaltungskosten etwas nach oben treibt, aber wer denkt schon ans Geld, wenn er es in einer so schönen Markthalle ausgeben kann.

Noch ein Tip: das Softeis in der Fußgängerzone aus Jersey Milch (vom Jersey-Rind) war mein bestes bisher und Sylvia hatte eine Kugel Salty Caramell am Leuchtturm unten, die war auch konkurrenzlos. Das tolle am Leuchtturm ist: der Tiedenhub beträgt 12 Meter und bei Ebbe kann man trockenen Fußes dorthin gelangen. Man siehts auch an dem hellen Weg.

Mont Saint Michel

Im Prinzip ist der blog „Mont Saint Michel“ der erste von 3 Teilen meiner letzten Fotoreise nach Jersey. Sylvia und ich hatten die Idee mit dem Auto und der Autofähre von Saint Malo auf die Kanalinsel zu fahren und haben dazu mehrere Stops eingelegt. Der erste Stop war in Ahrweiler bei Freunden, der zweite war in Rouen, eine Stadt zu der ich bisher keinen Bezug hatte und die uns mit einem tollen Altstadtkern überrascht hat. Der dritte Stop war am Mont Saint Michel, das mittelalterliche Kloster, das wie eine Burg aussieht, am französischen Teil des Jakobswegs gelegen ist und Vorbild von Minas Tirith in der „Herr der Ringe“ Verfilmung war.

Die Insel ist etwa einen Kilometer von der französischen Küste entfernt im Wattenmeer der Normandie . Die Abtei wurde 1022 im normannischen Stil erbaut und bis in die 1960er Jahre von Benediktinern bewohnt. Jetzt leben dort Ordensleute der „Gemeinschaften von Jerusalem“. Der Steg ist 2014 eingeweiht worden und löst den Damm von 1877 ab, der dazu geführt hatte, dass das vorgelagerte Becken immer mehr versandet ist. Durch die Stahlkonstruktion und einen Gezeitendamm können Ebbe und Flut sich nun wieder zurückholen, was dem Meer gehört.

Einer der Gründe, warum wir hier einen Zwischenstop machen wollten, war mein Wunsch ein Foto von diesem Weltkulturerbe auf meiner Website (www.nessipictures.com) zu haben. Ich fand die Fotos dieser Festung schon immer toll und so machten wir uns vom sehr teuren Parkplatz zu Fuß auf den 2,8km langen Weg zur Insel, um für mich den besten Standort zu suchen, wo das perfekte Foto entstehen könnte. Obwohl das Wetter am ersten Tag nur so mittel war habe ich eine Menge Fotos gemacht… doch ideal war kein Punkt.

Also sind wir am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück von unserem Hotel losgewandert und haben bei spannendem Licht den Weg über die Schaafswiesen zum Mont gesucht und gefunden. Besonders toll fand ich, dass die eingezäunten Wiesen Gatter und Tore hatten, die von den Touristen, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad, benutzt werden durften. Jetzt hatte ich ungefähr 20 sehr gute Fotos und die Qual der Wahl, welches denn nun auf die Website darf.

Ich habe mich für das Foto ganz oben und ganz unten entschieden. Das oben, weil der Schwung des Meeres sehr elegant ist und das Licht in diesem Moment in einem schmalen Band nur das Kloster beschienen hat. Eigentlich hatte ich es als Schwarz/Weiß Foto (siehe oben) angelegt, mich dann aber doch für Farbe entschieden. Normalerweise schreibe ich gerne Fotoamateuren unter ihre Facebookposts, wo sie um Abstimmung bitten, ob das bunte oder monochrome Foto schöner sei, dass man sich vorher für Farbe oder S/W entscheidet, weil der Bildaufbau ein anderer ist, aber manchmal geht tatsächlich beides 😉 , tschuldigung!

Das Bild unten ist das zweite Foto des gleichen Motivs auf meiner Internetseite. Das mache ich eigentlich nicht, aber beide Fotos sind so schön, dass ich mich im Moment noch nicht trennen kann. Ich hatte extra mein Stativ mitnehmen wollen, um dieses Foto verwacklungsfrei hinzubekommen und dann doch zuhause vergessen, aber ein gutes 200mm Objektiv mit Stabilisator, eine gute Isoeinstellung und ein Weidezaunpfahl reichen manchmal auch. Im Bild oben seht ihr am Ende der Straße rechts unser Hotel mit freiem Blick auf den Berg (hat Sylvia wieder perfekt ausgesucht) und am Ende seht ihr auch den Zaunpfahl an den meine Kamera gelehnt hat.

„Lieblingsbilder“ Ausstellung im Foyer der Basler Versicherung

Die Basler Versicherungs AG in Bremen hat im Foyer nach einer Fotoausstellung gesucht und in der Bremer Facebookgruppe für „Fotografen, Modelle und Visagistinnen“ nach Lieblingsbildern gefragt. Die Resonanz war für Martin Robran, den Organisator, so überwältigend, daß er eine Jury bilden mußte, um die eingereichten Exponate auszuwählen. Diese Bilder hängen nun bis zum 15. April 2019, Am Wall 121.

Ich wurde gebeten mein Seychellenfoto für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Das mache ich natürlich gerne. Da ich aber weiß, daß Fotografen bei Kollegen häufig überkritisch sind, habe ich mich für eine perfekte Präsentation entschieden:

Das Bild ist auf meiner letzten Seychellenreise entstanden. Ich habe es digital fotografiert und ca. 10 Stunden retouchiert. Das Wasser, der Himmel und die Insel brauchten eine jeweils etwas andere Gradation um insgesamt harmonisch zu wirken, daher mußte ich alle Teile freistellen und das dauert bei mir nun mal, da ich sehr pingelig bin.

Dann habe ich die Datei zu Recom Art, Berlin, geschickt, die haben aus der Datei ein Großbild-Negativ gemacht, daraus einen Abzug auf Barytpapier, der dann heiß kaschiert wurde (weil sich Baryt sonst gerne wellt). Zwischendurch habe ich immer Proofs zugeschickt bekommen. Ich hätte aber auch bei der Produktion dabei sein können, toller Service. Und ich muß gestehen, der Abzug ist der Hammer. Der analoge Barytabzug hat so viel mehr Tiefe als meine PE Ausdrucke, daß es fast dreidimensional wirkt.

Mit diesem Abzug bin ich dann zu Ausmeyer&Gerling, um mit Frank Buß die Rahmung zu besprechen. Wir haben uns für einen Lederrahmen entschieden, zum einen, weil er durch das Material etwas extravagant ist und zum Zweiten passt die Schlangenhautoptik perfekt zum Motiv. Passepartout finde ich sehr wichtig, weil sie einem Bild immer mehr Tiefe geben. Hier haben wir uns sogar für 2 entschieden- ist einfach noch tiefer. Und zu guter Letzt haben wir uns für Museumsglas entschieden, dass ist zwar unglaublich viel teurer als normales Glas, aber es reduziert die Reflektionen so krass, dass man genau hinschauen muss, um es überhaupt als Glas wahrzunehmen.

Aber wisst ihr, was mich am meisten freut?! Zwei Ausstellungsbesucher haben mich schon angeschrieben, um mir zu sagen, daß sie nicht nur das Motiv toll finden, sondern auch die Päsentation meisterhaft. Dann hat sich das ja gelohnt.

Ach, ja, beinahe hätte ich vergessen zu schreiben, warum das Foto der Insel Saint Pierre eins meiner Lieblingsfotos ist. Einmal formal und einmal inhaltlich. Formal: Ich habe während meiner Lehre ein Buch von Ansel Adams (vielleicht der größte SW Landschaftsfotograf) gelesen, Das Zonensystem. Darin beschreibt er, wie man unterschiedliche Tonwertumfänge des Motivs durch pushen und pullen des Negativs auf eben dieses bannen kann. Das habe ich 3 Jahre immer wieder durch Experimente versucht, aber leider nie einen stabilen Prozess hingekriegt. Bei diesem Motiv konnte ich durch die digitale Bearbeitung, sein System sogar noch verbessern, weil ich sogar unterschiedliche Teile des Bildes graduel verbessert habe.

Inhaltlich: Ich habe das Thema „Die 4 Elemente“ schon öfter interpretiert, doch in der Regel haben Feuer, Wasser, Erde, Luft je ein eigenes Foto bekommen. In diesem Foto habe ich (mit etwas Phantasie) alle Elemente in einem Foto vereinigt. Das Meer ist Wasser, der Himmel die Luft, die Insel die Erde und mich erinnern die Steinformationen, wie sie so nach oben ragen an Flammen, also Feuer.

Das Gruppenfoto ist von Frank Luepkemann und das Foto mit mir von Sylvia Meyer-Neßlage.

Dolly Buster und Kelly Trump

Manchmal hat man als Fotograf ja das Glück die Helden der Kindheit zu fotografieren… manchmal muss man aber auch Geld verdienen und kann sich die zwielichtige Kundschaft nicht aussuchen. Nur Spaß! Dolly Buster und Kelly Trump sind über ihren Markenkern der schlüpfrigen Erwachsenenunterhaltung schon lange hinaus und Stars der deutschen Popkultur geworden.

Michael Graul, Chefftrainer von Coupé und Leidenschaftlicher St. Pauli Fan, hat es sich dann auch nicht nehmen lassen auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC dem ambitionierten Fotografen noch ein paar Tips zur Taktik mit auf den Weg zu geben. Er war für ein klassisches 4-3-3, während ich lieber ein 4-4-2 spielen wollte, bei dem aus der Defense eine 5 wird 🖐, (gerne auch mit Libero, dann hat man immer einen Mann frei 😁,) und im Mittelfeld bei Angriff die in Bremen sehr beliebte Raute 💚 gespielt wird. Die Raute ist in Hamburg nicht bei allen wohlgelitten😂.

Für Coupé und einen Bezahlfernsehsender der später in Sky aufging wurden die beiden ehemaligen Erotikarbeiterinnen als Trainer für 2 Frauen-Fußballmannschaften der besonderen Art für ein Poster zur Europameisterschaft der Herren gebucht. Sozusagen als Motivationshilfe. Sowohl die Trainerinnen für das Team, als auch die kaum bekleideten Spielerinnen für die Herren.

Bei Coupé hatte ich wohl 2 Spitznamen: „Der Milf-Master“ und „Der Fotograf, der immer im Sitzen fotografiert“, beide Namen hatte ich wohl verdient. Ich kann ganz gut „Weiches Licht“ machen, so daß die „Zeitlose Frau“ immer gut aussieht. Das „Weiche Licht“ kriecht dabei in jedes noch so kleine Fälltchen und läßt es verschwinden, besser als jeder Hyaluronfiller.

Das mit dem Sitzen hat auch nen Grund. Porträts fotografiert man gerne etwas unter Augenhöhe aber über den Nasenlöchern, da ich mich mit einer Größe von 189cm bei den meisten Modellen runterbeugen muss, setze ich mich lieber auf die Lehne eines Stuhls und habe die perfekte Höhe. nach 8 Stunden Bücken schmerzt nämlich das Kreuz. Bei „Ganze Figur“ sitz ich dann auch gerne auf dem Boden und bei „Amerikanisch“ (Cowboy bis unters Holster) sitze ich auf dem Stuhl, ihr seht, geht fast immer!

Aber eigentlich ist der Spitzname falsch, denn meine absolute Lieblingsposition ist das „Liegen“. Als Froschperspektive bekannt, hat man immer einen originellen Blickwinkel, jede Frau wirkt dadurch länger und dünner und es ist furchtbar bequem. Liegen kann ich einfach am Besten – bestimmt weil ich Künstler bin. 😜

Tom Bola ist der Weihnachtsmann

Tom Bola und ich sind jetzt seit 6 Jahren befreundet. Er ist Luftballonkünstler, Jongleur, Stelzenläufer, Sänger, Comedy Buttler, Moderator und, ja, und der „Original Weihnachtsmann„. Mit seinen Talenten hat er sich bei mir schon viele Gefallen erarbeitet, aber er will sie nicht einlösen, weil sie ihm zu wertvoll sind, also mußte ich ihn schon wieder bitten, ob er nicht mein Model für mein jährliches Weihnachtsshooting sein will. Wollte er.

Da mein blog ja auch lehrreich sein soll, möchte ich mal die Gelegenheit nutzen und euch erklären, wie lange es dauert, bis so ein Foto fertig ist, da ich immer wieder Kunden treffe, die die Dauer für so ein Fotoprojekt massiv unterschätzen.  Also die Idee ist: Weihnachtsmann auf Thron vor Weihnachtsbaum und Geschenken, vor Wand mit Samtvorhang.

Zuerst muss in meinem Fotostudio eine Pressspahnplatte mit einer Holzoptiktapete tapeziert werden (1 Stunde). Dann muss ich alle fehlenden Zutaten einkaufen: Weihnachtsbaum (von meinem Lieblingsweihnachtsbaumverkäufer Norbert Bechstein (Blumen Bechstein)) (2 Stunden), roter Samt, den ich auf eine Holzlatte nagel, leere Kartons, Geschenkpapier und Schleifenband (2 Stunden). Kerzenhalter, Kerzen und Christbaumschmuck (1 Stunde). Den Thron leihe ich mir von der Eventagentur Momentis aus (2 Stunden mit Zurückbringen). Am Abend vor dem Shooting habe ich mit meiner Frau die Geschenke eingepackt (2 Stunden).

Am Shootingtag sind alle Zutaten im Studio. Die Wand wird aufgestellt und der Samtvorhang an die Wand genagelt. Der Weihnachtsbaum wird aufgestellt und dekoriert. Die Päckchen werden dekoriert und der Thron hingestellt (3 Stunden). Jetzt kommt Tom Bola zum Probesitzen. Ich prüfe die Kamera und die richtige Brennweite. Wenn alles stimmt kann ich anfangen Licht zu machen. Das dauert ungefähr eine Stunde, die braucht Tom auch, um sich in den Weihnachtsmann zu verwandeln, Schminken, Bart und Augenbrauen ankleben, Fettanzug anziehen, Kostüm an, Handschuhe an, Brille auf, Buch und Klingel vorbereiten.

Das Shooting selber ist in 2 Stunden fertig, wir sind locker, haben Spaß, Tom macht ein paar Faxen, wir machen ein paar Pausen, auch um uns Zwischenergebnisse anzuschauen und Verbesserungen vorzunehmen.

In 2 Stunden ist das Studio dann wieder aufgeräumt und bereit für den nächsten Job.

Dann brauche ich noch 2 Stunden zum Sichten und Bestimmen der finalen Bildauswahl und 2 Stunden für die Retusche des Hauptmotivs. Fertig.

Da komme ich auf 22 Stunden Arbeit für dieses Foto und einen angekokelten Weihnachtsbaum, weil die brennenden Kerzen zu nah an den Zweigen waren. 😉 und 2 Stunden für den blog.

Feuersalamander 3

Wer hätte gedacht, dass es noch einen blog „Feuersalamander 3“ geben würde?! Wer von euch mir seit mehr als 2 Jahren folgt, weiß, dass ich schon 3 mal vergeblich im Hasbruch bei Hude war, um einen Feuersalamander zu fotografieren. Dazu hatte ich eine Sondergenehmigung des Landesamts für Naturschutz, denn sonst darf man den Urwald-Teil des Hasbruch, der Naturschutzgebiet ist, nicht betreten. Wird man erwischt kostet das bis zu 50.000 €. Aber leider hatte ich kein großes Glück und habe keinen der wohl über 500 Salamander im Wald gesehen.

Das sei normal, hat mir Hr. Podloucky, Amphibienexperte und frühere Mitarbeiter der Fachbehörde für Naturschutz, erklärt. Er würde auch desöfteren keine finden, obwohl er weiß, wo sie ihre Lieblingsplätze haben. Aber er hat mir im Frühjahr angeboten, dass ich ihn begleiten dürfte, wenn er wieder zum Salamander-Larven zählen in den Wald gehen würde.

Nach den Sommerferien hieß es, zu trocken hieß es, im Herbst, zu trocken, Ende Oktober, zu trocken. Am 2. November rief er mich dann an, heute letzte Chance bevor die Salamander in die Winterruhe gehen, ob ich mit wollte… natürlich wollte ich mit!

Salamander lieben feuchte Böden und sind nachtaktiv und daher hatten wir Glück, dass es endlich ein bisschen geregnet hatte und so fand  Hr. Podloucky nach 3 Stunden den ersten Salamander. Ein etwa 1 1/2 jähriges Männchen (ganz oben) und während ich völlig aus dem Häuschen diesen von alles Seiten fotografiert habe, hat er auch noch einen 2ten gefunden. Ein ca. 8 jähriges Männchen, wie er meinte (ich hab vergessen zu fragen , woran man das erkennt?!). Vorsichtig haben wir beide auf ein Stück Moos gesetzt, erst hab ich noch mit vorhandenem Licht fotografiert, und als es immer dunkler wurde konnte ich auch noch meinen Hensel Porty (Batteriebetriebener Studio-Blitz-Kopf) einsetzen, dadurch kann man die Hautstrucktur der Amphibien noch besser erkennen.

Es sieht jetzt zwar ein bisschen nach Terrarium aus, denn wer schleppt schon eine Blitzanlage mit in den Wald, aber ich versichere euch, es sind wilde Tiere in einem wilden Wald. Unten seht ihr übrigens Hr. Podloucky, wie er nach unserem Shooting einen Salamander sanft wieder in seine Tagesruhestätte legt.

Das Shooting hat mich sehr glücklich gemacht, denn endlich konnte ich einen Haken an diese Aufgabe machen, aber noch wichtiger, ich konnte sehen, dass wirklich Feuersalamander in meiner Heimat vorkommen. Aber das Wichtigste: sie sehen auch noch unglaublich schön aus und werden hoffentlich bald einen Kalender zieren! Lurchi lebe hoch!

Danke an Hr Podloucky für den schönen Nachmittag, Revierförster Meyer für die tollen Tips, dem Landesamt für Naturschutz in Oldenburg für die Unterstützung und einen Gruß an die „Freunde des Hasbruch“.

Kairo

„Wer Kairo nicht gesehen hat, hat die Welt nicht gesehen. Ihre Erde ist aus Gold, ihr Nil ist ein Wunder, ihre Frauen sind wie schwarzäugige Jungfrauen aus dem Paradies, ihre Häuser sind Paläste, ihre Luft ist weich und duftend wie Aloeholz. Und wie könnte Kairo anders sein, ist es doch die Mutter der Welt.“ So steht es in den Geschichten aus 1001 Nacht geschrieben.

Die Welt hat sich seit Scheherazade aber ein wenig verändert. Kairo ist ein 22 mio Moloch, dessen  Autofahrer wie Geisteskranke hupend in 6 Spuren durch 2 spurige Straßen drängeln. Der Muezzin ruft  zum Gebet und alle Musik verstummt. Die Stadt frißt sich weiter in die Wüste und hat sogar schon die Pyramiden von Giseh umzingelt. Der Duft ist nicht schlimm, aber Aloeholz ist es nicht 😉

Vielleicht sollten sie sich auf die „Mutter der Welt“ zurückbesinnen, denn das Reich der Pharaonen erfreut sich bei der ganzen Welt großer Beliebtheit und ist in Architektur und Bildhauerei immer noch wegweisend.

Ein wenig Ruhe findet man dagegen in der Al Moez-Street mit ihren unzähligen Moscheen, Karawansereien und Händlern – der Altstadtkern Kairos.

Aber es gibt auch „Coole Plätze“, hier im Cafe Lord, das Umm Kulthum, der größten Sängerin der Neuzeit Ägyptens, gewidmet ist, schießt grade der neue Ägyptische Volksheld Mo Salah für den FC Liverpool aufs Tor. Daneben.

Pyramiden von Giseh

Das letzte Reiseziel meiner „Das muss ich unbedingt nochmal im Leben gesehen haben“-Liste waren die Pyramiden von Giseh. Meine geliebte Frau Sylvia hat das also schnell in die Hand genommen und uns das berühmte Mena-House-Hotel 300m neben der Cheopspyramide gebucht.

Am Bau dieser heiligen Stätte haben bis zu 30.000 Menschen gleichzeitig mitgearbeitet und das wohl nicht als Sklaven, wie gerne in historischen Hollywoodfilmen dargestellt, sondern freiwillig zum Wohle der Gemeinschaft.

Etwa 2600 v.Chr. wurde die Cheopsyramide als Grabmal des Pharaos Cheops (altägyptisch Chufu) gebaut und ist die größte Pyramide (146,59 m) der Welt, weshalb sie auch Große Pyramide genannt wird. Die Seitenlänge beträgt 230,33m und weicht auf allen Seiten weniger als ein Promille ab. Sie wird zu den 7 Weltwundern der Antike gezählt. Dahinter stehen die etwas kleineren Pyramiden seines Sohnes Chephren und seines Enkels Mycerinos. Das Titelbild ganz oben zeigt die Pyramiden von hinten.

Die Chephren Pyramide ist aus Rosa-Granit gebaut, der  südlich von Giseh abgebaut und mit dem Schiff nilabwärts transportiert wurde. Darüber war eine Schicht aus Kalkstein, der für eine glatte Oberfläche gesorgt hat, mittlerweile aber abgetragen ist, um anderswo beim Bau Verwendung zu finden. Nur an der Spitze sind noch Reste vorhanden, was der Pyramide einen ungewöhnlichen Look gibt und wohl zum Freimaurersymbol auf dem Amerikanischen Dollar inspiriert hat.

Die Große Sphinx von Giseh  (altägyptisch der) ist die größte Sphinx der Welt, halb Löwe halb Mensch. Ihre Bedeutung ist unklar und ihr Bau wird auf die Zeit um Cheops oder Chephren datiert, die Sound- und Lightshow an den Pyramiden spricht sogar von 3000 v. Chr.. Die Nase hat wohl nicht Napoleon beim Zielschießen seiner Kanoniere zerstörrt, sondern ein fanatischer Sufi Namens Mohammed Saim el-Dar, dem als strenggläubigem Muslimen die Götterverehrung der Bewohner Kairos mißfiel, woraufhin ihn die aufgebrachte Menge tötete. Was natürlich aus 2 Gründen richtig ist: Fanatiker aller Couleur stiften nur unfrieden und 4000 Jahre alte Zeugnisse der Zivilisation zerstörrt man nicht.

Battle of Print „Hands on Vinyl“ im Wilhelm Wagenfeld Haus

Der Kommunikationsverband Nordwest zeigt vom 30.08.18 bis 13.09.18 wieder im Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen seinen Designwettbewerb Battle of Print, diesmal „Hands on Vinyl“. Die Bremer Medienschaffenden wurden gebeten ihre Re-Designs von LP-Covern einzureichen. Ich bereite mich ja schon auf meine nächste Einzelausstellung 2020 vor und habe in diesem Zusammenhang schon ein paar Hommagen an James Bond fotografiert. Ein guter Anlass also, um die Motive einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Ausstellung zeigt neben den Designentwürfen auch mehrere Sammlungen von Vinylliebhabern und hält auch noch ein paar Sondertermine, wie Plattenflohmarkt und Vorträge zur Cover-Kunst  bereit, folgt einfach dem Link oben.

Vielleicht zum Schluß noch eine Motivation für alle Fotografen im Norden: Es gab sehr wenige Fotografen (ich verzichte immer auf Gendern, weil das grammatikalisch falsch ist (die Berufsbezeichnung Fotograf ist unbestimmt)) im Teilnehmerfeld, obwohl Cover-Kunst doch maßgeblich von Fotografie bestimmt wird. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, sich im Rahmen einer Ausstellung zu zeigen, vielleicht folg ihr einfach dem Kommunikationsverband Nordwest und macht beim nächsten Mal mit!

Titelfoto: Tristan Vankann

Porträt von mir: Sylvia Meyer-Neßlage

ungeheuer gut – tierisch effektiv